Hallo Leute,
ich habe ja hauptberuflich mit Musik zu tun und so gehört es unter anderem zu meinen Aufgaben, jede Menge Musik zu hören und zu Zwecken der Recherche, die Musikpresse zu studieren.
Ihr könnt mir glauben, es kann bisweilen recht anstrengend werden, den Ausführungen unserer hochprofessionellen und mit Weit- und Überblick gesegneten Journaille zu folgen.
Neben unbestritten qualitativ hochwertigen Artikeln, Interviews und Rezensionen im Musikexpress, der Intro, der Zeit oder sogar Spiegel Online, findet sich auch jede Menge unerhörter Müll. Vor allem das hochgeliebte Internet scheint als zentraler Hort geistig abwesender Hobby-Autoren ohne besondere Ahnung von irgendetwas zu funktionieren. Gut, darüber habe ich mich in der Vergangenheit schon genügend aufgeregt.
Mein eigentliches Anliegen ist es diesmal nämlich, die gute Musikpresse mit ihren teils bedrückend ehrlichen und manchmal sogar sehr humorvollen Beiträgen zu würdigen.
So zum Beispiel die Meinung des hochgeschätzten Linus Volkmann, seines Zeichens Intro-Redakteur zu Curse' Album "Freiheit". Zitat: "Kurze Frage: Wie beschissen kann SPD-HipHop eigentlich noch werden?"
Das war im Übrigen die gesamte Review zum Album.
Auch sehr schön die versammelte Meinung der Kritiker zu meinen Lieblings-Hasspatienten Nickelback. Die sind nämlich - ob der vielfachen entgegengebrachten Antipathie - gar nicht mehr gut Freund mit der Presse. Woran das wohl liegt...
Jedenfalls fasste der britische Mirror es gut zusammen: "Millionen Menschen kaufen Nickelback-Alben, aber Millionen Menschen haben auch mal für George W. Bush gestimmt. Zwei gleichermaßen rätselhafte Fakten."
Es gibt also hin und wieder durchaus Aufschlussreiches und Unterhaltsames in der Musikpresse zu lesen. Unverständlich bleibt mir hingegen, wie ein ganz offensichtlich auf Mass-Appeal getrimmtes Produkt namens "Circus" einer nicht unbekannten Britney Spears eine Diskussionswelle auslösen kann. Sogar die seriöse "Zeit" widmet sich in ihrer Online Ausgabe diesem Album und vor allem der darum entbrannten Debatte. Nothing else to do, guys?
Also, wer ein begründetes Interesse an Musik und Ihrer kontroversen Darstellung in den Medien hat, der sollte unbedingt mal eine Reise ins Land der Online-Clownerie unternehmen. Pardon, ihr wisst wie es gemeint ist...